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Flechtkunst aus Japan - Tradition und modernes Hobby |
KUMIHIMO-
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![]() Napoleon Bonaparte |
Im Gegensatz zu der neuen Bekleidung in Europa, die feste Maße
nach den genauen Proportionen des Trägers und eine sehr individuelle
Gestaltung mit metallischen Haken, Knöpfen und Verschlüssen
entwickelte, war in Asien und besonders in Japan die traditionelle Kleidung
nicht maßgeschneidert, war für die Figur fast jeden Trägers
passend und anpassbar an die aktuellen klimatischen,
individuellen und sozialen Bedingungen. |
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![]() Bushi-Krieger |
In der historisch wichtigen Heian-Periode (784 bis 1185) war es in Japan Angehörigen ab der fünften Kaste aufwärts gestattet bis zu zehn Zentimetern breite Kumihimogürtel zu tragen, ab der vierten Kaste durften diese auch in Schwarz geflochten sein! Übrigens: Die meisten Flechtmuster entstanden damals ohne jedes Hilfsmittel, nur mit den Händen! In der Tradition des Kumihimo lagen - auch wegen des hohen Schwierigkeitsgrades vieler Muster- schon in der Frühzeit viele Geheimnisse: Die „Rezeptur“ vieler Flechtmuster wurde nur mündlich weitergegeben und erst in unseren Tagen - mehrere hundert Jahre später - analysiert, nachgearbeitet und aufgezeichnet. |
Die traditionelle Kleidung hielt sich in Japan noch sehr lange. In der als friedlich beschriebenen Edo-Periode von 1616-1867 lebten in Japan über 500.000 Samurai (auch "Bushi" genannt), Angehörige des Kriegeradels. Sie waren die tonangebende Kaste und ihre Kleidung Mode und Kult zugleich. Strenge Gesetze legten fest, wer welche Kleidung in welcher Farbe tragen durfte und ganz besonders, wem es erlaubt war bestimmte Kumihimomuster für seine Kleidung zu benützen! Die Samurai blieben bis 1876 die Hauptabnehmer der Flechtware. In diesem Jahr verbot Kaiser Meiji das Tragen von Schwertern in der Öffentlichkeit. Kumihimo hatte seinen bisherigen Hauptzweck - den Halt der Waffe am Gürtel - verloren.
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![]() Samurai in Kampfrüstung |
Weil mit Einschränkungen jedermann Kumihimobänder flechten durfte, übernahmen im 20. Jahrhundert freie Künstler diese Flechtkunst und schufen Gürtel, Dekorationen für Spiegel, Trennwände und Schmuckbänder aller Art. Aus der Edo-Periode stammen auch die heute noch benutzten Arbeitsgeräte, wie beispielsweise der Takadai – mehr eine Art Webstuhl - und der Marudai. Letzteres ist ein Gerät mit einer runden (dai), aus Hartholz gefertigten Arbeitsscheibe die auf vier hohen Beinen steht und aus deren Loch in der Mitte das Geflecht nach unten wächst. Seine Höhe ist mit rund 40cm der knieenden Sitzposition der Japanerinnen angepasst. Die Oberplatte des Marudai ist normalerweise etwa tellergroß, es wird aber von Geräten mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern berichtet. |
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Auch in den südamerikanischen Anden, speziell in Peru und Kolumbien, flochten die Nachfahren früher mongolischer Einwanderer schon 800 Jahre vor Christi Geburt kunstvolle, geheimnisvolle Bänder, die auch als Turbane bis zu 14 Meter Länge. In Gräbern fand man Bänder mit bis zu 40m Länge mit denen die Menschen damals ihre mumifizierten Toten einwickelten. Einige sind heute im Museum von Lima zu bewundern. Im 13. Jahrhundert setzten die Inka diese kunstvolle Tradition fort. Leider haben sich - aus klimatischen Gründen - im Gegensatz zu Japan - vergleichsweise wenige Stücke über die Jahrhunderte erhalten und auch die Überlieferung riss über die Generationen ab. |
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Eine neue Errungenschaft des neuen 21. Jahrhunderts sind kleine, transportable Flechtvorrichtungen für Kumihimo als Ersatz für den - traditionellen und weltweit von Künstlern benutzten Marudai - für den Einsteiger und Hobbyanwender. Unverzichtbar für beide Arbeitsgeräte aber ist noch immer die Begleitung durch Bücher mit detaillierten Arbeitsplänen oder eine sehr lange Schulungs- und Einarbeitungszeit. Die für die Hobbyanwendung entwickelte, leicht beherrschbare MobidaiI® Flechtscheibe (DBGM) mit bei Bedarf drehbaren Arbeitsschablonen (je nach gewünschten Muster austauschbar) zur deutlich erleichterten Anwendung für Jedermann entstand erst 2005 in Deutschland und sind mit den TOPP Büchern Anfang 2006 erstmals im Handel. Ein gutes Jahr später besteht inzwischen patentgeschützte Mobidai® Flechtsystem aus drei Flechtscheiben (Mobidai® - Mobidai® XL Strech - Mobidai® SAN) mit insgesamt an die 20 verschiedenen Musterschablonen. © DESICON – H.J. Schwarz |
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