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Flechtkunst aus Japan - Tradition und modernes Hobby

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Kumihimo - japanische Flechtkunst mit Tradition

Kumihimo - das Flechten und Weben von Kordeln und Bändern ist eine über 1000 Jahre altes japanisches Kunsthandwerk. Gearbeitet wird auf verschiedenen hölzernen Flechtstühlen, auf denen jeweils bestimmte Flechtmuster entstehen, die auf den anderen nicht gearbeitet werden können.

In einem dreitägigen Kumihimokurs mit der Kumihimoexpertin Makiko Tada (Japan) im englischen Bampton (Oxfordshire) hatten wir im März 2006 Gelegenheit die verschiedenen Flechtstühlen zu sehen und die Arbeit an diesen zu beobachten. Dazu gehörten der Ayatakadai, der Karakumidai und der der Kakudai. Selbst gearbeitet haben wir am Marudai und am Takadai. Dazu später mehr.

Die verschiedenen Flechtstühle

Der Marudai

Der rund 40cm hohe Flechtstuhl wird für die Herstellung von runden, drei- oder vierkantigen oder schmalen flachen Bändern verwendet. Das geflochtene Band wächst - gespannt durch ein Gewicht - aus dem Loch in der Mitte des "Spiegel", der runden Oberplatte, nach unten. Das Garn - hier Kunstseide- wir auf Tammas (Spulen) aufgewickelt, deren Gewicht je nach Muster und Umfang der fertigen Kordel bei 35, 70 oder 100g liegt.

Das Bild zeigt einen Marudai mit 16 Tammas mit je 70g.

 

Der Takadai

Dieser Flechtstuhl (eher ein Webstuhl) dient zur Herstellung breiter, flacher Bänder. Gearbeitet wird hier diagonal von der Mitte nach links bzw. rechts - manchmal auch in zwei Ebenen, die einzelnen gearbeitet oder kombiniert werden können.
Das Garn wird ebenfalls auf Tammas aufgwickelt, allerdings benötigt man wesentlich mehr - etwa 30 Tammas sind das Minimum.

   

Der Kakudai

Auf dem Kakudai entstehen wie auf dem Marudai runde und kantige Kordeln. Aber die fertige Flechtung wächst hier nach oben über einen Dorn in der Oberplatte und gespannt durch den Galgen. Die Beine des Flechtstuhls werden meist umwickelt damit die mit Garn bewickeltenTammas nicht verwirren.

Die Arbeit auf dem Marudai

Geflochten wird traditionell auf den Knien sitzend am Boden. Da diese Sitzhaltung für die meisten Europäer unbequem ist stellt man den Marudai zum Arbeiten am besten auf einen niedrigen Tritthocker oder Tisch und arbeitet entsprechend im Sitzen oder Stehen.

Das Flechtmaterial - traditionell reine japanische Seide in einer Länge von 2,7m in Strängen mit bis zu 42 Fäden, wird auf Tama, Holzspulen mit integrierten Gewicht, aufgewickelt. Die Hälfte des Gewichts aller verwendeten Tamas zusammen ergibt das Gegengewicht, welches in ein Säckchen gelegt und in der Mitte am zu arbeitenden Strang befestigt wird. So sind Fadenstränge und geflochtenes Band immer gespannt.

Da der Marudai keinerlei Kennzeichnungen trägt und die Muster aus mehreren Schritten und mit bis zu 72 Tamas bestehen können, braucht es große Konzentration und Fingerfertigkeit, um diese Muster zu flechten. In Japan ist hierfür tradtionsgemäß eine lange Lehrzeit angesetzt und nur wenige Meister sind in der Lage solche aufwändigen Muster anzufertigen.